WN-Bericht vom 13.01.2012

Die meisten bekommen Geld zurück

Stadtwerke verschicken Abrechnungen in kommender Woche / Milder Winter ließ Gasverbrauch sinken

Die Zählerablesungen durch die Kunden sind erfolgt, die Daten verarbeitet: Im Laufe der kommenden Woche werden die Stadtwerke Gronau (SWG) die Jahresverbrauchsabrechnungen an ihre Kunden verschicken. Die brauchen diesmal keine hohen Nachzahlungen zu befürchten. Im Gegenteil: „70 Prozent bekommen ein verspätetes Weihnachtsgeld“, sagt Projektleiter Jahresverbrauchabrechnung, Manfred Dierselhuis.

Das ist vor allem eine Folge des milden Winters im vergangenen Jahr: Dierselhuis hat eine Tabelle mit den monatlichen Durchschnittstemperaturen in Gronau ausgedruckt: Januar, Februar und vor allem der Dezember 2011 waren deutlich wärmer als die entsprechenden Vorjahresmonate. Im Juli wars zwar andersherum - allerdings nicht so kalt, dass die Heizung hätte angeworfen werden müssen.

Folge: Der Erdgasverbrauch lag 2011 um rund 20 Prozent unter dem Wert des Jahres 2010, der Verbrauch von Strom und Wasser bewegte sich auf dem gleichen Niveau. Welche Konsequenzen das genau für das Portemonnaie hat, erfahren die Kunden in der kommenden Woche.

Die Abrechnungen - die die Stadtwerke an drei aufeinanderfolgenden Tagen verschicken - werden etwas anders aussehen als in den Vorjahren. „Das ist teilweise auf gesetzliche Vorschriften zurückzuführen“, erläutert Pressesprecher Stefan Busch. Fachdienstleiter Kundenservice Markus Wülker nennt als Beispiel die Vertragsdaten: Für Strom, Wasser und Gas müssen jeweils Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten angegeben werden. Um Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden die Berechnungsnachweise für jedes Produkt jeweils auf einem Blatt aufgeführt. „Wir werden eine Musterrechnung ins Internet stellen“, kündigt Busch an. Dort wird es weitere Erläuterungen geben. Die erste Seite des Schreibens enthält wie bisher das Wichtigste: eine Übersicht über Guthaben bzw. Nachzahlungsbetrag und die Höhe der monatlichen Abschläge.

Apropos Abschläge: Die sind in den meisten Fällen wegen des geringeren Gasverbrauchs niedriger als bisher. Dierselhuis: „Die Abschläge müssen wir anhand des Vorjahresverbrauchs ermitteln.“ Er rät den Kunden jedoch, die Zahlungen freiwillig zu erhöhen, damit es im nächsten Jahr kein böses Erwachen gibt, sollte der Winter doch noch hart werden. Beantragt werden kann die Erhöhung am besten über E-Mail, so Dierselhuis. Zwar stehen natürlich auch die Mitarbeiter des Kundenservice zur Verfügung; die haben aber erfahrungsgemäß in der kommenden Woche sehr viele Anfragen zu beantworten. „Wartezeiten werden sich da nicht vermeiden lassen“, sagt Busch.

Zusammen mit den Abrechnungen der SWG wird der Gebührenbescheid des Abwasserwerks der Stadt Gronau verschickt.

Etwas gedulden müssen sich noch die Betreiber von Photovoltaikanlagen. Ihre - ebenfalls transparenter gestalteten - Abrechnungen werden ein bis zwei Wochen nach den anderen abgeschickt werden. Die Zahl der PV-Anlagen in Gronau und Epe bewegt sich übrigens auf die 1000er-Marke zu.

Nicht nur Haushalte in Gronau beziehen Leistungen der Gronauer Stadtwerke. Mittlerweile sind über 2300 Abnehmer außerhalb der Stadt SWG-Kunden. In Gronau ist die Kundenzahl stabil. Etliche sind auch von anderen Anbietern zurückgekehrt, weil sie den Service und die Beratung vor Ort schätzen. „Zum Beispiel die Gratis-Energieberatung, die mittlerweile mit zwei Mitarbeitern besetzt ist“, so Busch.

Quelle: WN Gronau vom 13.01.2012