WN-Artikel vom 16.05.2011

Energieerhaltung garantiert

Tag der offenen Tür bei den Stadtwerken bot nützliche Informationen und gute Unterhaltung

Der Energieerhaltungssatz bewahrheitete sich am Sonntag mal wieder: Die Energie, die die Gäste in den Besuch der Stadtwerke investierten, wurde in Wissensenergie umgewandelt. Zugegeben: Der Vergleich hinkt ein wenig; doch der Tag der offenen Tür bedeutete wirklich einen Gewinn, verbanden sich doch Unterhaltung, Informationen und Präsentationen optimal. Und schließlich ist jeder auf Strom und Wasser, meistens auch auf Gas, angewiesen.

Das Abwasserwerk und die Firma Wenker hatten das Abwassersystem eines Gebäudes schematisch aufgebaut und demonstrierten potenzielle Schwachstellen. Hintergrund der Aktion sind die Kanaldichtigkeitsprüfungen, die Hausbesitzer in den kommenden Jahren durchführen lassen müssen. Anschaulich erklärten die Mitarbeiter, wo Problemzonen liegen und warum die Untersuchung und gegebenenfalls die Sanierung der Abwasserkanäle sinnvoll sind. Auch wenn sie Geld kosten. „Bei der Umsetzung gibt es noch Gestaltungsspielräume“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Goldmeier. Wichtig für Gebäudebesitzer sei es zu wissen, dass nur zugelassene Verfahren angewendet werden dürfen und man daher bei der Durchführung der Prüfung auf renommierte Unternehmen vertrauen sollte.

Großes Thema: die E-Mobilität. Lautlose Elektroautos und Hybridfahrzeuge schlichen über die Laubstiege. E-Fahrräder finden immer mehr Käufer. Auch der Fuhrpark der Erdgas-Fahrzeuge wächst; die Tankstelle in Epe wird gut angenommen.

Die Energiewende wird die gesamte Energielandschaft umkrempeln. Energieautarke Wohnhäuser zum Beispiel sind für Goldmeier keine Wolkenkuckucksheime. Folge dieser Entwicklung sei, dass die Geschäftsbereiche der Stadtwerke sich immer stärker vom reinen Energieversorger hin zum Dienstleister verschieben werden.

Im Gebäude wurden intelligente Messtechniken anschaulich demonstriert. Smartmeter, die derzeit in 50 Pilothaushalten Dienst tun, zeigten auf, zu welchen Zeiten Energie verbraucht wird. „Auf die Art kann man Energiefressern auf die Schliche kommen“, weiß Goldmeier aus eigener Erfahrung.

Auf dem Weg durch das Stadtwerkegebäude trafen die Besucher auf ihre thermografischen Ebenbilder: Eine Spezialkamera nahm ihre Wärme-Aura auf und übertrug sie auf einen Bildschirm. Was dort wie eine Spielerei wirkte, hat natürlich einen energetischen Hintergrund: Ganze Gebäude werden auf Wärme-Schwachstellen untersucht, aber auch Störungsstellen im Elektrobereich können ausfindig gemacht werden.

Es war kein Problem, Stunden beim Tag der offenen Tür zu verbringen: Die Netzleitwarte, das Herzstück der Energie- und Wasserversorgung, zog Besucher ebenso an wie eine Ausstellung und Vorträge zum Bereich Energiesparen. Stadtwerke-Sprecher Stefan Busch zeigte sich am Nachmittag sehr zufrieden mit der Resonanz.

Quelle: WN Gronau vom 16.05.2011